Blitzzement und Powerknete 
In einer Altbauwohnung zu leben ist ansich sehr schön. Dicke Wände, hohe Decken und insgesamt eine angenehme Atmosphäre. Im Sommer ist es kühl und im Winter bleibt es gleichmäßig warm (es sei denn, die Heizung fällt aus, aber das ist eine andere Geschichte).
Nur leider sind nach hundert Jahren die Wände nicht mehr ganz so stabil. Da passiert es schon mal, dass aus einem kleinen Bohrloch ein ziemlich großes Loch wird. Kein Problem, dachte ich mir, ab in dem Baumarkt. Dort fiel mir gleich der
Blitzzement in die Hände. Das Grinsen des Beraters hab ich mal ignoriert. Der hat auch gleich gewarnt: "Schnell verarbeiten, das ist nach fünf Minuten fest." Gut, dachte ich, ist ja kein Problem, denn so riesig war das Loch ja dann doch nicht. Und das Zeug ist wirklich schnell. Vom Anrühren, die Leiter rauf und dann rein ins Loch. Zack war das Zeug steinhart und mein Plan, die Dübel gleich mit einzuzementieren war dahin. Also noch einmal die Bohrmaschine rausgeholt, die Löcher neu gemacht und Dübel rein. Das saß auch fest soweit, nur leider hing am nächsten Morgen die Gardinenstange wieder schief. Es hatte sich nämlich einfach noch ein Stück von der Wand gelöst.
Am nächsten Tag hab ich dann einfach mal mit meinem Vater beratschlagt. Der hat auch das Loch noch einmal ausgiebig begutachtet und fand die Wand auch nicht wirklich Vertrauen erweckend. Nach etwas Stochern und aufbohren haben wir aber glatt noch ein bisschen festen Stein gefunden. Daraufhin sind wir ein weiteres mal in den Baumarkt und da gab es dann die Super-Lösung:
Powerknete. Eine Art Zweikomponentenbaustoff, der nach dem Zusammenkneten innerhalb von fünfzehn Minuten fest wird. Also genug Zeit auch noch die Dübel da hinein zu drücken. Überhaupt versprach die Beschreibung, dass man da noch dran arbeiten kann.
Voila, jetzt sitzen die Dübel in einem Pfropfen, der wie ein Zahn mit Wurzeln in der Wand verankert ist. Na hoffentlich hälts.